Auf den Spuren der Geschichte
Das Valsugana hat auch sehr interessante historische und kulturelle Traditionen. Wichtige Zeugnisse für die Ereignisse aus der jüngeren Vergangenheit sind sicher die österreichisch-ungarischen Festungsanlagen aus dem Ersten Weltkrieg; das Tal ist jedoch schon seit Jahrhunderten durch die Wanderungen und die Vereinigungen von unterschiedlichen Völkern und Kulturen geprägt. Ein anschaulicher Beleg hierfür ist die aus der Römerzeit stammende antike Straßenverbindung Claudia Augusta Altinate, die den Ort Altino in der Nähe von Venedig durch das Valsugana-Tal mit Augusta Vindelicum, dem heutigen Augsburg, verband.
Es lohnt sich, in den historischen Ortskernen auf Entdeckungsreise zu gehen; Sie werden bezaubernde Ecken mit Stimmungen aus längst vergangenen Zeiten, anmutige Kirchlein und faszinierende Burgen finden.
Die Atmosphäre in den historischen Ortskernen wird durch rinascimentale Ansitze wie die "Magnifica Corte" des Castel Trapp in Caldonazzo und elegante Patrizierhäuser wie die in der Via Maier in Pergine bereichert. Wahre architektonische Schmuckstücke sind die Kirchen von San Biagio in Levico Terme mit ihrer feinen Freskomalerei, San Ermete in Calceranica in romanisch-gotischem Stil, die auf den Ruinen eines ehemaligen Diana-Tempels errichtet wurde, San Valentino auf dem Hügel von Tenna sowie die Pfarrkirche SS. Pietro e Paolo von Roncegno mit einem wertvollen Altarbild von Francesco Guardi.
Einen Besuch wert sind sicher auch Imperial Grand Hotel Terme in Levico Terme, ein bevorzugtes Reiseziel von Kaiser Franz Joseph und seiner Gemahlin Sissi, sowie das Palace Hotel in Roncegno. Beide Häuser haben Eleganz und Stil der Belle Epoque und damit einer Zeit bewahrt, in der adelige Gäste aus ganz Europa, die das Valsugana wegen seiner Heilwasser aufsuchten, hier logierten.
Während des Ersten Weltkrieges war die gesamte Gegend Schauplatz von Scharmützeln und Schlachten. Die zahlreichen österreichischen Festungen entlang der Verteidigungslinie, die Österreich-Ungarn ab 1907 in Voraussicht eines bewaffneten Konflikts mit Italien errichteten ließ, sind beredte Zeugnisse dieser Ereignisse. Auf dem Hügel von Tenna und auf dem Colle delle Benne bei Levico stehen zwei Festungen, die das ganze Jahr über besichtigt werden können. In der Nähe des Vezzena-Passes hingegen liegt das Fort Busa Verle und oberhalb das bereits genannte Fort Cima Vezzena, ein befestigter Beobachtungsstand, der auch als "Auge der Alpini" bezeichnet wurde und in strategischer Position über dem Felssteilhang thront.
Die Burgen sind jedoch die auffälligsten Denkmäler aus der tausendjährigen Geschichte des Valsugana. Sie erheben sich in strategischer Position über den von ihnen beherrschten Tälern, wie das imposante Schloss Ivano das Ausstellungen mit internationalem Charakter beherbergt und das turmbewehrte Schloss Pergine (mit Hotel- und Restaurantbetrieb) auf dem Hügel von Tegazzo: ein magischer Ort, an dem jedes Jahr aus Anlass prestigeträchtiger Ausstellungen die Atmosphäre vergangener Zeiten auf moderne künstlerische Schaffenskraft trifft.Es handelt bei Schloss Pergine sich um ein gotisches Bauwerk, das auf das 15. Jahrhundert zurückgeht und sein jetziges Aussehen den Baumaßnahmen der Fürstbischöfe im 16. und 17. Jahrhundert zu verdanken hat. Die Anlage ist durch zwei Ringmauern, eine innere und einen äußere, gekennzeichnet, die den Schlossgarten umschließen. Das Hauptgebäude hat zahlreiche Räume mit geschichtsträchtiger Atmosphäre, wie etwa der Waffensaal, die Kapelle des Heiligen Andreas, der Thronsaal und der Schlosskerker "Prigione della goccia".